Niklas, Sturm oder „steife Brise“? Und wer oder was ist eigentlich „Beaufort“?

WINDHOSE(Seaside Stories)Nicht nur an der See wurde es stürmisch. Meteorologen schmissen mit den wildesten Begriffen nur so um sich: Man erwarte mindestens „Windstärke zehn“, dazu natürlich die Standard-Warnung vor „orkanartigen Böen“. Wir registrieren diese Ansagen, wissen, dass es stürmisch wird – und sind doch völlig durch den Wind, wenn der Sturm das Land trifft. Was oftmals vermeintlich als „steife Brise“ abgetan wird, entpuppt sich als Sturm des Jahres. Die Fragen, die bei einem jeden derartigen Wetter-Phänomen gestellt werden, sind von Bedeutung: Wie schnell wird der Wind? Was ist eigentlich eine Windstärke? Und wieso kann der Wind eine „steife Brise“ sein?

In Deutschland stürmte es in der Woche gewaltig, nach den zwei Stürmen Elon und Felix zu Jahresbeginn wollte sich Niklas anscheinend als würdiger Nachfolger präsentieren, und das ganze Land durcheinander bringen. Wie es den Charakteristika eines Sturms entspricht, erfüllte Niklas sein Vorhaben nicht gesittet…  Nein, Niklas ging eher rabiat vor, legte Bahnstrecken in ganz Deutschland lahm, brachte Windräder zum Durchdrehen und hinterließ vielerorts seine Spuren. Böse Zungen behaupten, Niklas ging „stürmisch“ an die Sache heran. So stürmisch sogar, dass er den ganz großen Wurf anzupeilen versuchte: Er wollte den Über-Sturm der jüngeren deutschen Geschichte übertrumpfen! Der mit einem gottesgleichen Namen und durch die Erinnerungen mit Schrecken behaftete Kyrill sollte aus den Geschichtsbüchern verdrängt werden, es lebe Sturm Niklas – doch das wurde (zum Glück!) nichts, Niklas war nicht stark genug – hat da jemand seine Windstärke überschätzt?

Eine Urkraft: Die Windstärke und die Beaufort-Skala. Der Begriff „Windstärke“ wird von Meteorologen sowie von Privatpersonen im alltäglichen Bereich nahezu inflationell benutzt, wobei er oftmals in einer Redewendung fachlich falsch verwendet wird. Das liegt an seiner Universalität: Mit der Windstärke kann sowohl die Windgeschwindigkeit in Knoten oder Kilometer pro Stunde, der Winddruck oder die gefühlte Stärke des Windes beschrieben werden. Um sich eine Übersicht über die Kraft des Windes zu verschaffen, was insbesondere in der Schiffahrt schon früh von Bedeutung war, gab es vielzählige Definitionen und Wind-Kategorien, auch Francis Beaufort entwickelte die bereits bestehenden Listen weiter. In seiner hohen Position in der englischen Marine wurden seine Aufzeichnungen 1883 als Anweisung an die Seeleute der britischen Admiralität ausgegeben. Doch wer denkt, dass die heutige Beaufort-Skala von dem Seemann höchstpersönlich stammt, der liegt falsch: Beauforts Skala orientierte sich praktisch an der Kraft des Windes und erkannte diese an den einzusetzenden Segeln. Erst im Jahr 1906 gab der britische Wetterdienst eine Version der Skala heraus, die sich an der Windgeschwindigkeit orientiert und nach Beaufort benannt wurde. Francis Beaufort wusste übrigens nie, dass diese standadisierte Liste seinen Namen trägt, er starb bereits knapp 50 Jahre zuvor.

Windy CoastMehr als Muskelkraft: Die Windstärke. In der heutigen Beaufort-Skala gibt es zwölf Windstärken, mit denen die Windgeschwindigkeit angegeben wird.Von Windstärke null (Windstille) bis zur Windstärke zwölf (Geschwindigkeiten von über 117 Kilometer pro Stunde) werden hier alle in Zentraleuropa üblichen Sturmszenarien durchdekliniert. Windstärke zwei wird dabei häufig als „leichte Brise“, drei als „schwache Brise“, vier als „mäßige Brise“ und fünf als „frische Brise“ benannt. Doch wieso wird eine Brise steif?

Die steife Brise. Nein, der Windgott muss kein Mann sein, um eine steife Brise zu erzeugen. Die steife Brise kann universell und vom Empfinden eines jeden Menschens persönlich definiert werden, Hauptsache, der Wind bläst kräftig um die Nase. Der Ursprung des Wortes Brise ist übrigens französisch, gelangte über den englischen Ausdruck „breeze“ in die Seemannssprache und ist heutzutage nicht mehr wegzudenken aus dem alltäglichen Leben, wie man auch an vielen Redewendungen sieht. Was feststeht: Deutschland hat mit Niklas mehr als eine steife Brise erlebt. Niklas war der Sturm, den sich die Fußballfans mal wieder für die Nationalelf erhoffen würden…(Ja, ich liebe Fussball..)

Ich hoffe, Niklas hat Euch nicht allzu sehr durch den Wind gebracht und ihr kommt gut in die neue Woche!

 Euer Jan und BeSeaside

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